Max Giesinger beim Freiburger Festival 2017

Gelbe Fläche, die mit einem Reißverschluss aufgezogen wird. Heraus schaut eine große Menschengruppe, die wir aus der Vogelperspektive sehen. Auf der gelben Fläche steht: Zurückgeblickt.
Foto: Emma Zecka

Daten und Fakten

Wer: Max Giesinger und Band
Wann: am 27.04.17 um 20:00 Uhr
Wo: im Rahmen des Freiburger Festivals auf dem Gelände der Brauerei Ganter (Wodanhalle)
Normalpreis: 31,90 €
Für uns: Mit Gratis Begleitperson 🙂

Über Max Giesinger

Max Giesinger kommt aus einem Dorf bei Karlsruhe und macht schon ziemlich lange Musik. Er begann als Straßenmusiker und pendelte sogar von Karlsruhe nach Freiburg, um seine Musik in andere Städte zu tragen. Deutschlandweit wurde er dann durch seine Teilnahme an der ersten Staffel von The Voice of Germany bekannt. Er kam in das Team von Xavier Naidoo und schaffte es auf den vierten Platz. Danach zog es ihn in den Norden. Er spielte jede Menge Konzerte und finanzierte sein Debütalbum via Crowdfunding. Schließlich schaffte er im letzten Jahr mit seinem Hit 80 Millionen nicht nur einen tollen EM Soundtrack, sondern auch den Sprung in die vorderen Plätze der Singlecharts.

Max Giesinger im Web, bei Facebook, bei Instagram.

Freiburger Festival

Zum zweiten Mal präsentiert KAROevents das Freiburger Festival auf dem Gelände der Brauerei Ganter. Das Festival geht über mehrere Tage. Neben Max Giesinger stehen auch Künstler wie Stefanie Heinzmann oder Milow auf der Bühne.

Toll finde ich hier, dass der Veranstaltungsort so zentral gelegen ist. Die Stra-ßenbahnhaltestelle befindet sich quasi vor der Haustür der Brauerei, sodass man nur noch wenige Meter zur Konzerthalle, die eigentlich eine Lagerhalle ist, gehen muss.

Der Countdown
Dinge, die man vor einem Konzertbesuch nicht erleben will

Donnerstag Mittag: Die Aufregung steigt. Das Album wurde vor dem Konzert nochmal schön rauf und runter gehört, damit ich zumindest ein paar Lieder mitsingen kann nicht.

Dann der Moment der Abfahrt: Ich befand mich als erste am vereinbarten Treffpunkt und hatte mit viel Glück eine Bahn früher erwischt. Hier war ich schon etwas verwundert, da mir die Verbindung eigentlich gar nicht angezeigt worden war. Ich schrieb meinen Begleitungen und fragte nach dem Stand. Dann die Antwort: “Die Linie 1 hat eine Betriebsstörung.” Ich war verwirrt.

Schließlich war ich eben noch mit besagter Linie gefahren. Während Begleitperson 1 kurzerhand zu Fuß lief, Begleitperson 2 auf das Fahrrad gesetzt hatte, zitterte Begleitung 3 und hoffte, dass die Bahn noch losfahren würde, was glücklicherweise auch passierte.

Betriebsstörungen zählen wirklich zu den Dingen, die man vor einem Konzertbesuch nicht erleben möchte. Vor allem, wenn man auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist und sich nicht mal eben schnell aufs Fahrrad schwingen oder die Strecke zu Fuß bewältigen kann.

Der Support

Als wir dann die Halle betraten, war bereits der Support Act Julian Philipp David auf der Bühne. Ich war ziemlich überrascht, als er erzählte, dass er aus einem Dorf bei mir um die Ecke stammt. (Von meinem Dorf aus, kann man sogar zu Fuß hin laufen 🙂 ).
Seinen Musikstil bezeichnet er als “Songwriter-Rap” wobei ihm diese Wortschöpfung zu Beginn etwas peinlich war. Seine Stimme kam mir irgendwie ziemlich bekannt vor, obwohl ich schon lange keinen HipHop mehr höre.

Max Giesinger: Die Musik

Vorab hatte ich mir das aktuelle Album von Max Giesinger angehört und war gespannt, wie er den Abend gestaltete. Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt, dass es sich bei Der Junge, der rennt nicht um sein Debüt handelte. Also fragte ich mich, ob er ausschließlich Lieder von seiner aktuellen CD spielen würde, oder ob auch ein paar Cover Versionen zum Einsatz kommen sollten.

Das Intro

Auf dem Album begegnete mir prompt ein Lied, dass sich meiner Meinung nach wunderbar als Intro eignen würde. Gespannt wartete ich, ob ich Recht behalten sollte. Und was soll ich sagen? Nein! 🙂
Die Band begann zu spielen, die Bühne wurde hell. Doch Max war nicht zu sehen und begann auch noch nicht zu singen. Ich witzelte: “Wetten, sein Mikro ist kaputt … ?”

Dann leuchtete der Scheinwerfer in den Saal und Max wurde gefunden. Zitat einer meiner Begleitungen: “Er wird doch jetzt nicht durch die Menge laufen, oder?”
Und genau das hat er gemacht.

Zitat Begleitung: “Er ist verrückt. Jetzt läuft er rum und macht Selfies mit den Fans.” Während des Singens wohlgemerkt. Und welches Lied passt besser zu diesem Setting als Der Junge, der rennt.

Ein bunter Mix

Max Giesinger präsentierte eine gute Mischung an Musik. Natürlich waren viele Lieder von seinem aktuellen Album dabei. Allerdings durften auch ein paar Tracks von seinem Debütalbum nicht fehlen. Nicht zu vergessen, glänzte er mit verschiedenen Coverversionen wie Angels von Robbie Williams oder Earth von Michael Jackson, wobei er bei beiden Versionen tatkräftig von seinem Publikum unterstützt wurde.

Besonders gut gefiel mir eine spontane italienische Coverversion des Badnerlieds. (Wer dieses Lied bis zum Ende durchhält, kann sich in etwa vorstellen, wie amüsant eine eigens italienisch interpretierte Version davon sein muss 🙂 ).

Die Stimmung

Das Publikum

Die Wodanhalle der Brauerei Ganter war voller gut gelaunter Menschen. Das Tolle war: Obwohl ziemlich viele Zuschauer gekommen ware, gab es – zumindest bei uns hinten – kein Gedränge und Gequetsche. Besonders gut gefallen haben mir diese Momente, in denen wir als Chor fungiert haben. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man in einer Menge steht und einfach alle singen und es absolut genial klingt.

Der Künstler

Max Giesinger hat, was seine Redseligkeit betrifft, etwas Ähnlichkeit mit seinem Namensvetter Max (Mutzke). Beide neigen dazu, während des Konzerts ziemlich unterhaltsame Geschichten zu erzählen.

So erwähnte Giesinger, dass er einmal eine Frisur wie der Hauptdarsteller des Films Brüno gehabt habe und in Australien sogar Autogramme schreiben durfte. Hier feierte der Film größere Erfolge als in Deutschland.

Nicht zu vergessen, berichtete er auch von seiner zweiwöchigen Azubi Zeit als Bankkaufmann. Seine Vorgesetzte erklärte ihm, dass sie viele Azubis kommen und gehen sehen habe, aber keiner so träge sei, wie er. Während das als geschriebene Zeilen nach ziemlich harten Worten klingt, erzählte Giesinger diese ernste Episode seines Lebens mit Humor, ohne die Ausbildung an sich abzuwerten.

Zudem ist er ein sehr bodenständiger Künstler. Er erklärte, dass noch nie so viele Zuschauer bei einem Konzert in Freiburg gewesen sind und sagte auch im selben Atemzug, dass er wisse, dass das nicht selbstverständlich sei. Auch seiner Band, dem Team und seinem Support Act gegenüber begegnete er wertschätzend und gab ihnen genügend Raum. Ich habe bisher noch keinen Künstler erlebt, der innerhalb der Zugabe seinen Support Act für ein kleines musikalisches Battle auf die Bühne holt. Absolut gelungen.

Fazit

Es war ein sehr angenehmer Abend, der mir wieder einmal deutlich gemacht hat, wie toll Konzerte eigentlich sind. Angefangen beim ersten Lied, wenn man den Bass im Bauch spürt und weiß: Genau, das ist der Sound, den es braucht bis hin zum breit grinsenden Gesicht, wenn man sich freut, dass die Lieder auf der CD live einfach genauso gut – wenn nicht sogar noch besser – klingen.

Ich hoffe sehr, dass wir von Max Giesinger noch viel hören werden und er sein Versprechen, mehr Konzerte in Freiburg zu spielen, bald einholen wird.

Setlist:

Ich glaub, ich hab nicht alle Lieder gefunden. Deswegen, nehmt es mir nicht übel, wenn die Liste nicht ganz komplett ist. Und natürlich gilt SPOILERALARM

Lieder:

Der Junge, der rennt
Barfuß und allein
Keine von keine wieder
Du kannst das
Wenn sie tanzt
Für dich für mich
Nicht anders gelernt
Alles auf Anfang
Die guten Tage strahlen
Roulette
In Balance
Coverversionen von: Angels von Robbie Williams, Earth von Michael Jackson; italienische Version des Badnerlieds;
Nicht so schnell
80 Millionen

Zugabe:

Ein kleines Battle mit dem Support Act
Vielleicht im nächsten Leben
Für immer

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