The Outlaw’s Heart

Das Cover von "Outlaw's Heart"
Bild von storyteller edition

Der Inhalt

Sadie Quinn ist alles andere als begeistert als ihre große Liebe Asher Boone nach sieben Jahren einfach so in Dry Creek auftaucht. Vor so langer Zeit spurlos verschwunden, hofft er, dass Sadie ihm vergeben wird. Doch am liebsten würde sie ihr Herz und ihren Saloon vor ihm verschlossen halten. Wäre da nicht ihr Bruder Wyatt, der seinen Freund ohne zu zögern bei sich aufnimmt und in Dry Creek willkommen heißt.

Mia Newman erzählt uns hier eine Liebesgeschichte im Western Style. Wir lernen nicht nur die Stadt Dry Creek kennen mit all ihren Figuren und Orten, über die es bestimmt noch einiges zu erzählen gibt. Nein, wir finden auch schnell heraus, dass Sadie, Boone und Wyatt bereits eine Geschichte verbindet, die neugierig macht.

Das große Thema von diesem Reihenauftakt ist für mich die Frage nach Vertrauen und nach Vergebung. Sadie ist verletzt, was sie Boone auch mehr als genug spüren lässt. Wyatt würde alles für Boone tun. Schließlich hat er ihm viel zu verdanken. Und Boone? Der hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, Geheimnisse zu sammeln, die er tief in sich verborgen hat und hofft, keines davon preisgeben zu müssen.

Wer jetzt glaubt, dass die Haupthandlung in The Outlaw’s Heart im Western Style erzählt wird, kann sich entspannt zurücklehnen. Mia Newman hält Spannung für uns bereit, diese ist aber dezent platziert und, im Gegensatz zur Liebesgeschichte, eher Nebenhandlung. Ich persönlichfand es etwas schade, weil mich der Western-Aspekt der Handlung etwas mehr interessiert hat. Das liegt aber nicht daran, dass Mia Newman sich nicht darauf versteht Liebesgeschichten zu erzählen. Mir persönlich ist eine Liebesgeschichte allein etwas zu wenig für eine komplette Handlung.

Dennoch führt Mia Newman beide Handlungsstränge gekonnt zusammen, sodass uns zum Schluss ein, für einen Western typischen, Showdown erwartet, der nicht zu viel verspricht und gerade so viele Fragen offenlässt, dass meine Neugier auf Band 2 geweckt wird.

Die Figuren

Die Handlung wird aus den Perspektiven von Sadie, Asher Boone, der von allen die meiste Zeit nur Boone genannt wird, und Sheriff Wyatt erzählt.

Sadie ist verletzt. Nachdem Asher Boone einfach so ohne ein Wort verschwunden ist, hat sie ganz bestimmt nicht vor ihm zu verzeihen. Sieben Jahre lang hat sie versucht, ihn zu vergessen und jetzt hat er nichts Besseres zu tun als einfach wieder aufzutauchen. Mia Newman arbeitet Sadies Verschlossenheit und die Liebe, die sie für Boone empfindet, aber sich nicht eingestehen will, sehr gut heraus.

Dennoch ging mir Sadie mit ihrer Abneigung stellenweise wirklich auf die Nerven, weil ich den Eindruck hatte, dass sie sich auf der Stelle bewegt, obwohl genau das ja nicht nur in Liebesromanen, sondern auch in unserer aller Leben alltäglich ist.

Ich muss gestehen, dass ich Sadies Entwicklung nicht ganz verstanden habe, was aber auch daran liegen kann, dass ich bestimmte Signale aus Liebesromanen nicht erkenne.

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat war, dass Mia Newman Sadie als selbstbestimmte Figur angelegt hat. Sie lebt zwar mit ihrem Bruder Wyatt unter einem Dach, führt aber ihren eigenen Saloon und ist somit finanziell unabhängig von Wyatt.

Asher Boone ist eine Figur, die viel erlebt hat. Wir erfahren hier nur einen Teil seiner Geschichte und ich bin sehr gespannt, ob wir ihn in den Folgebänden besser kennenlernen werden. Er gibt sich wirklich Mühe, in Dry Creek ein Zuhause zu finden, egal, ob er Sadie zurückgewinnen kann, oder nicht. Er versucht zu helfen, gewinnt nicht nur die Herzen der Kinder und jungen Erwachsenen in Dry Creek. Dadurch fiel es mir schwer mir Boone als klassischen Outlaw vorzustellen. Deswegen bin ich gespannt ob wir im Laufe der Reihe auch seine andere Seite kennenlernen werden.

Dank Sheriff Wyatt merken wir spürbar, dass die Hauptfiguren längst nicht mehr in ihren 20ern sind. Wyatt, ein erfahrener Sheriff, der mit Boone bereits im Krieg gekämpft hat, will keinen Ärger in Dry Creek. Doch das ist alles andere als einfach, jetzt da Boone wieder da ist. Als wäre das nicht genug, merkt er auch, dass er an seine körperlichen Grenzen kommt. Wie soll er seine Heimat da verteidigen?

Ein richtiger Fan war ich von den Nebenfiguren, die uns Mia Newman hier vorgestellt hat. Zum einen die Bewohnenden von Dry Creek: Deputy Billy, der gern zum Sheriff aufsteigen würde und von unseren Hauptfiguren wie ein Junge behandelt wird, der noch nicht viel von der Welt gesehen hat, Kate, die nicht nur eine eigene Ranch besitzt, sondern Boone echte Konkurrenz macht, wenn es um das Schießen geht, Doc Mercer, von dem sich alle wünschen, dass sie ihn nie brauchen und froh sind, wenn er doch zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle ist.

Zum anderen gibt es da noch Figuren, die erst ins Spiel kommen, weil Boone nach Dry Creek kommt. Dank ihnen hat Mia Newman eine tolle Besetzung an Nebenfiguren geschaffen, die nicht zwingend im nächsten Band auftauchen müssen, aber so angelegt sind, dass sie immer wieder vorbeischauen und eine Geschichte mitbringen können.

Der Schreibstil

Adriana Popescu hat sich bewusst für das offene Pseudonym Mia Newman entschieden. Dennoch war ich immer auf der Suche nach Elementen, die ich von Adriana Popescus Schreibstil kenne. Das Tolle ist, dass uns hier eine runde Mischung erwartet: Mia Newman schreibt in kurzen Sätzen, nimmt uns mit ins melancholische Gefühlsleben in Dry Creek, aber ohne die gefährlichen Momente außer Acht zu lassen.

Adriana Popescu erkenne ich, wenn es um die Dialoge und die inneren Monologe geht oder der Art wie die Figuren aufgebaut werden. Genau das liebe ich an ihren Büchern: Geschichten, die mich neugierig machen. Figuren, von denen ich gern mehr erfahren möchte.

Fasziniert war ich davon, dass in The Outlaw’s Heart genau die richtige Mischung aus Handlung abschließen und genug Fragen für Band 2 offen halten getroffen wird.

Gesamteindruck

Wer sich dem Western aus einer sicheren Entfernung nähern möchte und eher an der großen Liebe interessiert ist, sollte sich The Outlaw’s Heart unbedingt einmal genauer anschauen. Es gibt nämlich inzwischen nicht nur den Reihenauftakt, sondern auch eine weihnachtliche Episode, die wohl auch als Kurzroman durchgehen könnte.

Auch, wenn mich die Liebesgeschichte nicht abholen konnte, möchte ich gern mehr Ecken von Dry Creek entdecken und etwas über die Figuren erfahren. Mich neugierig auf Band 2 zu machen hat also funktioniert.

Lieblingszitate

»Es war kein Abenteuer, es war Krieg. Und Krieg macht was mit Menschen, selten was Gutes.«
(aus: »The Outlaw’s Heart« von Mia Newman, S. 83).

»›Das ist der Trick beim Bleiben, weißt du‹, murmelt sie. ›Man wird Teil von was.‹«
(aus: »The Outlaw’s Heart« von Mia Newman, S. 442).

Infos zum Buch

The Outlaw’s Heart
Geschrieben von: Mia Newman
Bewertung: 4 von 5 Herzen

Bei storyteller edition bestellen.

Hier findet ihr mehr Infos über Mia Newman.

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Dieses Buch ist auch als eBook sowohl im epub also auch mobi-Format erschienen und kann mit einem ScreenReader in ein (schlecht gelesenes) Hörbuch umgewandelt werden. Deswegen habe ich dieses Buch der Kategorie Hörbuch für Erwachsene zugeordnet.

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