
Hallo zusammen,
im Mai hatte ich einen großen Aha-Effekt, was die Dramaturgie der Verfilmung von Der seltsame Fall des Benjamin Button betrifft, verzweifelte an Bas Kast Vitamin-, und Nährstoffkompass, obwohl es kein schlechtes Hörbuch ist, stellte mich mit Christine und Adam einer Herausforderung, die durchaus kritisch zu betrachten ist, war fasziniert davon, dass Volker Kutscher ein letztes Mal einen Kriminalfall in Interviewform und in einer Laufzeit von etwas über zwei Stunden erzählen kann und war froh nicht nur ein Hörbuch-Highlight gefunden zu haben.
Gefreut habe ich mich darüber, dass es ein Artikel, an dem ich sehr viel gearbeitet habe, im Mai unter die Top 10 der meist gelesenen Beiträge geschafft hat.
Aber beginnen wir von vorne.
Beendet die Statistik
Kommen wir zuerst zu meiner Statistik:
Gelesene / Gehörte Zeit: 1 Tag, 14 Stunden, 58 Minuten
Beendete Hörbücher: 6 Hörbücher
Beendete Podcast-Folgen: 4 Folgen
Hörbücher in Seiten: 1.744 Hörbuchseiten
Gelesene Seiten: 45 Seiten
Neuzugänge:
- Der verschwundene Buchladen von Evie Woods
- Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen von Marc-Uwe Kling
- Was wir nicht sagen können von Adriana Popescu
- Westend von Volker Kutscher
Ich sag’s euch, meine Neuzugänge werden nicht lange ungehört oder ungelesen bei mir herumliegen. Ich bin schon ziemlich neugierig auf die Titel. Habt ihr eines von ihnen gelesen oder gehört?
Beendet: Die Hörbücher und Podcast Folgen
Im Mai habe ich gefühlt so viel gehört wie schon lange nicht mehr. Die meisten Rezensionen werden erst in den nächsten Wochen erscheinen. Die bereits veröffentlichten Rezensionen verlinke ich wie gewohnt beim jeweiligen Titel.

Im Aufzug mit Udo Sierck
Udo Sierck ist seit vielen Jahren Aktivist in der Behindertenrechtsbewegung und spricht mit Raul Krauthausen darüber, was sich die letzten Jahrzehnte verändert hat, hinsichtlich Begriffsbestimmungen und Teilhabe, aber auch was es braucht, damit Teilhabe gelingt.
Interessant ist seine Haltung zum Thema Protest: Er meinte es bringe nichts, bei einer Demo ein Transparent hochzuhalten, weil das Transparent nichts verändert, sondern lediglich Aufmerksamkeit generiert.
Udo Sierck erzählte, dass er den Eindruck habe, dass Menschen mit Behinderung früher nicht ernstgenommen wurden und sich diese Wahrnehmung inzwischen positiv verändert hat.
Als Errungenschaft beschreibt er, dass er sich als Mensch mit Behinderung aussuchen darf, wo er leben möchte. Er hat sich dazu entschieden aufs Land zu ziehen und lebt dort mit Assistenz.
Inzwischen habe ich den Eindruck, dass ich vieles aus der behindertenpolitischen Bubble mitbekomme. Deswegen fand ich es spannend in dieser Podcast-Folge mit Udo Sierck einen Aktivisten der ersten Stunde zu erleben und mit Raul Krauthausen einen Aktivisten zu hören, der u.a. ohne Udos Arbeit vielleicht nicht zum Aktivismus gekommen wäre.
Die Podcast-Folge findet ihr auf Spotify.
Reflektor mit Mark Forster
Mark Forster ist in zwei Folgen des Podcasts Reflektor zu Gast. Hier unterhält er sich mit Jan Müller, dem Bassisten von Tocotronic. Durch Müllers Fragen habe ich neue Perspektiven über Musik und auch von Mark Forsters Biografie gewinnen können.
In Berlin lernte Mark Forster die Band Seeed und die Strukturen der Musikbranche kennen und fand heraus, dass man als Musiker nicht alles können muss, sondern bestimmte Melodien von Berufsmusikern einspielen lassen kann. Zuvor dachte er es läge an seinen Kompositionen wenn es einem Musiker nicht gelang die Melodien einzuspielen.
Mich erinnerte das sehr an das Selfpublishing, also dem Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, ohne einen Verlag im Hintergrund zu haben. Durch Zufall kam Mark Forster an seinen ersten Plattenvertrag, was damals etwas Besonderes war, weil es den Weg in die Musikwelt eröffnete. Heutzutage haben Musiker*innen die Option auch ohne Plattenvertrag Musik produzieren und bewerben zu können.
Mark Forster geht auch offen damit um, dass er nicht allein für einen Song verantwortlich ist, sondern viele Menschen an einem Song mitgearbeitet haben und zwar sowohl in der Produktion als auch im Songwriting.
Dadurch, dass es kaum noch Musikshows und so gut wie kein Musikfernsehen mehr gibt, fand ich es spannend zwei Musikern zuzuhören, die sich über Musikproduktion und die Veränderung innerhalb der Musikbranche unterhalten.
Hier findet ihr den ersten und den zweiten Teil der Podcast Folgen bei Spotify.

Die Reisenden der Hankyu Bahn*
von Hiru Arikawa
Wir lernen Menschen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten kennen. Sie verbinden zwei Dinge: Sie fahren alle regelmäßig mit derselben Bahn und setzen sich mit den Themen Liebe zueinander oder Selbstliebe auseinander.
Ich war fasziniert davon wie Hiro Arikawa in vielen kleinen Episoden einen roten Faden spinnt, der sich durch die gesamte Handlung zieht. Ich mochte ihren Schreibstil, fand es interessant, welche Worte sie für Liebe findet, ohne sie klischeehaft zu beschreiben und war froh durch Hiro Arikawa einen Einblick in die japanische Kultur zu bekommen.
Das Hörbuch wurde ungekürzt im Label GOYA im Edel Music und Entertainment Verlag produziert und wird von Rubina Nath gelesen, die viele von euch wahrscheinlich vor allem als Synchronsprecherin kennen werden. Hier findet ihr meine vollständige Rezension.

Der seltsame Fall des Benjamin Button
von F. Scott Fitzgerald
Die meisten von euch kennen die Verfilmung bestimmt: Benjamin Button wird als alter Mann geboren und altert rückwärts. Anfang Mai hatten wir im Buchclub unseren Lesemarathon und haben das Buch gemeinsam gelesen bzw. gehört. Niemals hätte ich gedacht, dass das Original so kurz ist.
Spannend finde ich, dass sich der Film und das Hörbuch nicht wirklich miteinander vergleichen lassen, weil das Hörbuch einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt und auch eine völlig andere Atmosphäre hat.
Durch den Vergleich ist mir bewusst geworden, dass man sich bei der Verfilmung an den klassischen Merkmalen der Drei-Akt-Struktur bedient hat. Benjamin bekam im Film etwas, das er Zuhause nennen kann sowie Gefährten an die Seite, die es gut mit ihm meinen. Im Hörbuch hingegen hatte ich den Eindruck, dass Benjamin Einzelgänger ist und zwangsläufig bleibt, weil die Gesellschaft nicht bereit ist, ihn so anzunehmen wie er ist.
Das Hörbuch hat mir ziemlich gut gefallen. Einerseits ist die Handlung tragisch, andererseits hat F. Scott Fitzgerald auch hier und da Witz in die Handlung eingebaut, was die Handlung auch auflockert.
Das Hörbuch wurde ungekürzt im Diogenes Verlag produziert und wird von Gert Heidenreich gelesen, der Benjamins Entwicklung stimmlich sehr gekonnt herausarbeitet und mir dadurch das Gefühl gab, dass innerhalb der etwas über einen Stunde Hörbuch-Laufzeit eine runde Geschichte erzählt wird.

Der verschwundene Buchladen
von Evie Woods
Henry ist auf der Suche nach Emily Brontes verschollenem Manuskript und einem Buchladen. Er ist sich nicht sicher, ob es das Manuskript und den Buchladen tatsächlich gibt. Doch im Gegensatz zum Manuskript, glaubt er, dass er den Buchladen schon einmal betreten hat.
Als er an den Ort zurückkehrt, an dem er den Buchladen vermutet, trifft er auf Martha, die sich nichts sehnlicher wünscht, als noch einmal neu anfangen zu können. Doch schnell wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt und Henry hat das Gefühl, dass Martha ihn nicht nur zum Buchladen, sondern auch zum Manuskript bringen kann.
Evie Woods hat hier einen spannenden Konflikt geschaffen, aus meiner Sicht aber den Fokus der Handlung in eine falsche Richtung gelenkt. Während es sehr lange um die Liebe zu den Büchern ging, stand irgendwann nur noch die Liebe zwischen verschiedenen Figuren im Vordergrund, und nein, ich meine nicht ausschließlich Henry und Martha.
Auch die angedeutete Fantasy konnte mich nicht wirklich packen, sondern ließ mich eher verwirrt zurück.
Warum ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe? Zum einen werden wir Ende Juni im Buchclub darüber diskutieren. Zum anderen hat mir die Hörbuchgestaltung sehr gut gefallen. Das Hörbuch wurde ungekürzt und ausschließlich als Hörbuch-Download im HörbuchHamburg Verlag produziert und wird von Inka Lioba Bretschneider, Anna Amalie Blomeyer und Michael Borgard gelesen. Die Stimmfarben der Sprechenden haben sich wunderbar ergänzt, sodass ich sie gut voneinander unterscheiden konnte. Außerdem hat der HörbuchHamburg Verlag eine tolle Möglichkeit gefunden im Intro zu benennen wer welche Figur spricht.

Westend
von Volker Kutscher
Als im Herbst 2024 der letzte Rath-Roman veröffentlicht wurde, kündigte Volker Kutscher an, dass es noch einen Einzelband geben würde, der nach dem Zweiten Weltkrieg spielen sollte. Ich lehnte mich entspannt zurück, fest damit rechnend, dass ich die Veröffentlichung schon mitbekommen würde. Von wegen! Dank einer Gefragt-gejagt-Ausgabe, zog das Hörbuch im Mai also bei mir ein.
Gemeinsam mit Hans Singer treffen wir auf Gereon Rath, der den Krieg überlebt hat und in Deutschland seine Karriere bei der Polizei fortsetzen konnte. Hans Singer will ihn eigentlich nur zu seiner Arbeit befragen. Immer wieder kommt er aber auf Charlotte Böhm zu sprechen und das nicht ohne Grund.
Ich bin wirklich begeistert davon, wie gut Volker Kutscher die Hörbuch-Laufzeit von etwas über zwei Stunden nutzen konnte. Für mich wichtige Fragen wurden beantwortet und es gab auch einen kleinen Kriminalfall dazu. Ein für mich wirklich stimmiger Abschluss der Rath-Reihe, der mich, bezogen auf eine Figur, hoffnungsvoll zurücklässt.
Etwas schade finde ich, dass Westend ausschließlich als Hörbuch-Download erschienen ist und ich die Reihe in meinem Hörbuch-Regal somit nicht komplettieren kann. Bei dem Hörbuch handelt es sich aus meiner Sicht um eine szenische Lesung, weil das Hörbuch nicht nur von unterschiedlichen Personen gelesen wird, sondern auch mit dezenten Geräuschen unterlegt ist. Im Vergleich zu einem Hörspiel sind die Geräusche aber schlicht gewählt. Es lesen: Walter Kreye, Leslie Malton, Timo Weisschnur, Julian Mehne.

Der Vitamin-, und Nährstoffkompass*
von Bas Kast
Social Media ist voller Ernährungs-Mythen. Hier und da sind sinnvolle Tipps dabei, viele Hinweise sind aber kritisch zu betrachten. Im Vitamin-, und Nährstoffkompass vergleicht Bas Kast verschiedene Studien zu Vitaminen und Nährstoffen, spricht Empfehlungen aus und gibt uns dank einem umfangreichen Glossar eine Übersicht über Vitamine und Nährstoffe.
Warum ich große Mühe mit diesem Hörbuch hatte: Aus meiner Sicht war ich nicht die richtige Zielgruppe für den Titel. Das Hörbuch richtet sich an Leute, die schon Wissen zum Thema Ernährung mitbringen und wichtige Grundlagen bereits draufhaben. Ich war von den teils detaillierten Ausflügen in die Biochemie etwas überfordert und habe den Überblick verloren. Mir haben konkrete Beispiele gefehlt.
Dennoch gehe ich davon aus, dass alle, die schon ein Grundwissen zu Vitaminen und Nährstoffen mitbringen, hier viele Infos mitnehmen können. Das Hörbuch ist ungekürzt im Hörverlag erschienen und wird auch wie die vorherigen Hörbücher von Bas Kast, von Herbert Schäfer gelesen.

Die Liebe deines Lebens
von Cecilia Ahern
Christine und Adam lernen sich mitten in der Nacht auf einer Brücke kennen: Er möchte Suizid begehen, Christine will ihn davon abhalten. Sie kann Adam zu einem Deal überreden: Sie hat zwei Wochen Zeit ihm zu beweisen, dass sein Leben lebenswert ist. Wenn sie es schafft, bleibt er hier. Wenn er sich nicht überzeugen lässt, wird sie ihn nicht von einem erneuten Suizidversuch abhalten.
Wer jetzt glaubt, dass Cecilia Ahern auf Kosten von Suizid eine klischeehafte Liebesgeschichte erzählt, hat sich gewaltig getäuscht. Sie begegnet dem Thema respektvoll und räumt nebenbei mit Klischees auf, was mir sehr gut gefallen hat. Cecilia Ahern hat mich mit dieser Handlung wirklich positiv überrascht.
Das Hörbuch wurde sowohl ungekürzt als auch in gekürzter Ausgabe produziert. Da ich das Hörbuch geschenkt bekommen habe, kam ich zur gekürzten Ausgabe. Hier und da gab es abrupte Szenenwechsel und es wurde sich auch auf Szenen bezogen, an die ich mich nicht erinnern konnte. Ich habe große Lust das Hörbuch noch einmal ungekürzt zu hören um herauszufinden wie bei den Kürzungen vorgegangen wurde.
Es liest Luise Helm, die zu meinen Lieblingshörbuchsprecherinnen gehört. Sie hat Adams Wut und Christines Bemühungen neutral und professionell zu bleiben durch ihre Betonung in Worte fassen können.
Gefunden im Netz
Hier findet ihr eine Übersicht der Beiträge, die ich im Mai entdeckt habe und gern teilen möchte.
Warum will ich schreiben
Vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit Sebastian Fitzek gesehen oder einen Beitrag gelesen, in dem er meinte, dass Autor*innen sich zuallererst die Frage stellen sollten, warum sie gerne schreiben. Nadine von Stock und Stein hat sich diese Frage bei der Teilnahme an einem Schreibkurs ebenfalls gestellt und eine Antwort gefunden, mit der ich nicht gerechnet hätte. Hier findet ihr ihren Beitrag.
Zwei Ausgaben von Missverstehen Sie mich richtig

Gregor Gysi spricht mit Mario Adorf
Mario Adorf erzählte von seiner turbulenten Geburt, dem Mut seiner Mutter ihn allein großzuziehen, wie er zur Schauspielerei kam und welche Texte er als Erstes auswendig konnte und ihm leider nicht viel geholfen hat, Bewegend fand ich eine Begegnung in den 1930er Jahren. Er lebte zu der Zeit in einem Kinderheim damit seine Mutter unter der Woche arbeiten gehen könne. An einem Tag beobachteten er und eine Nonne wie jüdische Nachbarn aus den Häusern getrieben wurden. Als Adorf später auf andere Kinder traf, erzählten sie begeistert, wie sie die Läden plünderten, die Juden gehörten, wobei ihnen nicht bewusst war was sie da taten. Sie freuten sich lediglich über die gestohlenen Süßigkeiten und Wertsachen. Adorf wurde bewusst, dass er auch zu den Kindern gehört hätte, wenn er an dem Tag nicht krank gewesen wäre.
Bei Interviews mit Kunstschaffenden finde ich es immer wieder spannend zu hören wie sie zu ihrer Kunst kamen und was sie mit ihrer Kunst ausdrücken wollen. Durch Adorfs Aufwachsen während des Zweiten Weltkriegs wurde hier auch herausgearbeitet wie er die Kriegs-, und die Nachkriegsjahre erlebt hat. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass die Zeit noch gar nicht so lange her ist.
Das Interview findet ihr unter diesem Link.
Kevin Kühnert im Gespräch mit Sophie Passmann
Sophie Passmann habe ich immer wieder in Kurzinterviews im Rahmen der Frankfurter Buchmesse erlebt. Deswegen war ich sehr gespannt auf das Interview weil hier nicht nur über ihre aktuellen Bücher gesprochen wird, sondern wir auch erfahren welche Themen sie beschäftigen.
So teilt sie beispielsweise ihre Gedanken zum Thema Meinungsfreiheit und Social Media: Was sie an Social Media schwierig finde ist der Gedanke, dass jede Person alles zu jeder Zeit sagen darf. Im realen Leben kommen schließlich auch keine fremden Menschen auf dich zu und bewerten dich. Interessant fand ich, wie sie das Influencer-Dasein auf Social Media beschreibt. Es klingt so, als ob viele Menschen aus Leidenschaft beginnen und sie sich irgendwann in einem Zwang wiederfinden, weil ein finanzieller Druck dahintersteht. Im Gespräch geht es auch viel um Feminismus und hier merkte ich, dass ich inhaltlich nicht immer ganz mitkam. Das Gespräch fand ich ziemlich spannend und ist unter diesem Link auf YouTube zu sehen.
Aus der Bücherwelt
Ruth, Booktuberin auf dem Booktube-Kanal Zwischen tausend Zeilen, spricht in ihrem Lesemonat unter anderem über ein veganes Kochbuch mit Rezepten für die nur vier Zutaten benötigt werden und verrät uns wie ihr Der Gott des Waldes gefallen hat, einer unserer Bücherkrone Gewinner-Titel.
Lisa, Booktuberin bei Gedankenlabor, verrät uns in ihrem Lesemonat wie ihr Die Reisenden der Hankyu-Bahn und Was wir nicht sagen können gefallen hat. Gerade, weil mir Die Reisenden der Hankyu-Bahn so gut gefallen hat und ich mich schon sehr auf Was wir nicht sagen können freue, war ich gespannt was eine andere Booktuberin über die Titel denkt.
Anka von Ankas Geblubber hat sich die Zeit genommen in einem umfangreichen Video das Thema Book-Tropes zu erklären. Tropes sind bestimmte Kategorien in die Bücher eingeteilt werden. Anka stellt in ihrem Beitrag nicht nur die aktuellen Tropes vor, sondern hat auch passende Buch-Beispiele parat. Das Beste: Diese Liste wird ständig erweitert. So können nicht nur Autor*innen die Liste nutzen, wenn sie sich überlegen in welche Kategorie das gerade beendete buch am besten einsortiert werden kann, sondern Leser*innen sind eingeladen neuen Lesestoff zu den Themen zu entdecken, die sie aktuell beschäftigen.
Und sonst so?
Der Mai ist wieder wie im Flug vergangen. Von Auszeit vom Autorinnenleben, über Eurovision-Fieber, Bücherkrone-Umstrukturierungen bis zu meinem persönlichen inoffiziellen Startschuss meiner Konzertsaison war einiges los:

Ein kleiner Rückblick auf den ESC 2026
Vielleicht erinnern sich einige von euch, dass ich dem ESC früher eine eigene Rubrik gewidmet habe. Vielleicht bleibt mir nächstes Jahr wieder die Zeit einen eigenen Artikel zum ESC zu schreiben.
Die ESC-Woche beginnt für mich immer mit den beiden Halbfinalshows, damit ich am Samstag nicht überfordert von den vielen Liedern bin und zumindest bei einigen Titeln einen Wiedererkennungswert habe. Ich bin gespannt wie die Ausstrahlung der Halbfinal-Shows ab nächstem Jahr gelöst wird. Der TV-Sender one soll nämlich eingestellt werden.
Zurück zum Thema: Traurig war ich, dass es Portugal und die Schweiz nicht ins Finale geschafft haben. Etwas gewundert hat mich, dass Finnland bei den Wetten um den Sieg weit vorne lag. Einer meiner Favoriten war recht schnell Bulgarien, weil ich den Refrain und das Lied im Allgemeinen ziemlich unterhaltsam fand und es für mich auch die schräge Eurovision-Atmosphäre mit sich bringt. Womit ich nicht gerechnet hätte: Dass Bulgarien gewinnt.
Auch gut gefallen haben mir: Dänemark, weil das Lied auf Dänisch gesungen wurde und ein abwechslungsreiches Arrangement hatte, Belgien, es erinnert mich an eine Mischung aus Lorde und Billie Eilish, Deutschland, auch wenn ich Sarah Engels stimmlich etwas dünn fand, Israel, auch, wenn ich es nicht nachvollziehen kann, dass Israel aufgrund ihrer Politik und den mehrfachen Betrugsversuchen bei der Abstimmung nicht disqualifiziert werden, Albanien, weil ich ein Fan von Chören bin, Australien, trotz Drama erinnert es mich an Filmmusik, Moldau, es klingt völlig anders als die anderen Lieder und bringt auch etwas HipHop-Stimmung zum ESC. Polen, es ist eine Mischung aus Gospel und Rhythmus und Österreich, weil ich den Text wirklich lustig und das Lied modern fand wobei ich glaube, dass sie mit einem weniger düsteren Arrangement weiter vorne gewesen wären, auch mit deutschem Text.

Ihr kennt alle Anfänge!
In den letzten Wochen habe ich euch auf meinem YouTube Kanal und bei Instagram die jeweils ersten Sätze aus den Kurzgeschichten von Geschichten aus All Hallows Village gezeigt. Nun kennt ihr alle Anfänge und erahnt vielleicht, dass es in der Kurzgeschichtensammlung ziemlich zur Sache geht.
Womit ich nicht gerechnet hätte: Dass Annika Rotvogels Stimme so wandlungsfähig ist und sie die verschiedenen Stimmungen der Kurzgeschichten wirklich gut erfasst und stimmlich umgesetzt hat.
Die Kurzgeschichtensammlung ist als eBook und als Hörbuch-Download erschienen und spätestens wenn wir im Herbst wieder nach All Hallows Village reisen, wird euch die ein oder andere Szene vielleicht nicht ganz unbekannt vorkommen.
Welcher Anfang hat euch eigentlich am besten gefallen?

Rian auf Walters Streuobstwiese bei Freiburg
Auf Rians Musik bin ich wieder mal durch Zufall aufmerksam geworden. Seine Texte erlebe ich als humorvoll, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob er die ein oder andere Aussage vielleicht sogar ernst meint. Gut gefällt mir auch die positive Atmosphäre, die seine Musik mitbringt.
Als ich mir mein Ticket für die Streuobstwiese sicherte, grinste die Mitarbeiterin bei der Vorverkaufsstelle, weil sie sich wahrscheinlich ebenfalls fragte, wo diese Wiese sein sollte. Schnell stellte sich heraus, dass Walter ziemlich viel Platz auf seiner Wiese hat: Für Menschen, gute Laune, Essen und Trinken und eine große Bühne.
Zum Konzert brachte Rian eine ganze Band mit und packte seine Lieder auch in unterschiedliche Arrangements mit verschiedenen Stilrichtungen. Damit hätte ich nicht gerechnet. Was mich sehr gefreut hat ist, dass Rian mit seiner Musik auch viele Kinder erreicht. Seine Musik ist allemal besser als Gangster-Rap. Meine Lieblingslieder: Tanzen und Völlig normal.
Was gab’s zu erzählen?
Im Mai sind zwei für mich wichtige Beiträge online gegangen, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen:

Auf der Suche nach dem Schlaraffenland
Als der Stuttgarter Oberbürgermeister im Frühjahr verkündete, dass jetzt Schluss mit dem Schlaraffenland für Menschen mit Behinderungen sei, war mir relativ schnell klar, dass er mir mit diesem Stichwort die perfekte Überschrift für meinen Beitrag anlässlich des Europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderung geliefert hat.
In meinem Beitrag nehme ich euch mit in meinen Alltag und beantworte nebenbei ein paar rechtlich relevante Fragen wie z.B. wer denn überhaupt als Mensch mit Behinderung gilt und welche Nachteilsausgleiche das mit sich bringt. Ob ein Schlaraffenland auf uns wartet? Findet es heraus. Meinen Beitrag findet ihr auf dieser Seite. Worüber ich mich sehr gefreut habe ist, dass der Artikel zu den Top 10 der beliebtesten Beiträgen im Mai gehört hat.

Verstärkung gesucht
Dieses Jahr haben wir dank euch die erste Bücherkrone in vier Kategorien vergeben. Da sich zwei Teammitglieder in eine Bücherkrone-Pause verabschiedet haben und Louisa und ich mit eurer Hilfe auch im nächsten Jahr Bücher auszeichnen wollen, suchen wir Verstärkung.
Mir hat die erste Ausgabe der Bücherkrone großen Spaß gemacht und ich bin überzeugt davon, dass dieser Buchpreis die Vielfalt der Buchbubble darstellt und sich etablieren wird.
Alle Infos zur Bücherkrone und den anstehenden Aufgaben findet ihr in diesem Beitrag. Meldet euch gern bis Mittwoch den 17. Juni, wenn ihr Interesse habt, Teil der Bücherkrone zu werden. Wir hoffen, dass der Preis mit eurer Hilfe wachsen darf.
Veröffentlichte Rezensionen
Im Mai sind wieder ein paar Rezensionen online gegangen. Nicht alle Titel waren für mich Hörbuchhighlights.
In Inside tagesschau nimmt uns Alexander Teske, ehemaliger Redakteur bei der Nachrichtensendung, mit hinter die Kulissen der ARD. Er erklärt uns die Strukturen der ARD und warum es manche Themen schwer haben einen Platz in der tagesschau zu bekommen. Was ich interessant finde ist, dass sich an der Berichterstattung nicht viel verändert hat. Wer das Hörbuch gehört hat, wird die Struktur der Nachrichtensendung schnell durchschauen. Dennoch war ich teilweise von Teskes Zynismus genervt.
Sehr positiv überrascht war ich von Daisy Jones and The Six. Taylor Jenkins Reid präsentiert uns hier nämlich eine fiktive Dokumentation, die nicht nur aufgrund des tollen Inhalts, sondern auch durch ihre Hörbuchgestaltung punkten kann. Wir lernen die Sängerin Daisy Jones und die Bandmitglieder von The Six kennen, sowie Personen, die ihnen nahestehen. Sie nehmen uns mit in den turbulenten Alltag in der Musikbranche. Ein Hörbuch, das sich an alle richtet, die Musik lieben.
Mit Lady Grace Mysteries -Giftmord* wurde ein toller Reihenauftakt um Lady Grace geboren, die am englischen Hof Kriminalfälle löst. Sie vertraut sich ihrem Tagebuch an und ich bin ziemlich begeistert davon, wie detailliert dieser Stil durchgezogen wird. So muss Lady Grace ihre Einträge immer wieder unterbrechen oder schreibt in den ungewöhnlichsten Situationen.
Und Du?
Welche Bücher hast Du im Mai gelesen oder gehört?
Welche davon gehören zu Deinen Highlights?
Warst Du auch im ESC-Fieber? Welche Beiträge haben Dich überzeugt?
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Die mit * markierten Titel wurden mir kostenlos von den jeweiligen Verlagen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

