
Der Inhalt
Nils Petersen, der beliebte Stürmer des SC Freiburg, hat vor einiger Zeit seine Fußballerkarriere beendet und sich mit seinem Buch Bankgeheimnisse verabschiedet. Hier gibt er nicht etwa Tipps zur Geldanlage, sondern erzählt uns, wie das Leben als Fußballprofi, unter anderem auch von der Ersatzbank aus, aussieht.
In Bankgeheimnisse erfahren wir nicht nur, wie Nils Petersen aufgewachsen ist, wie er über bestimmte Themen denkt und was er angehenden Fußballprofis empfehlen kann, sondern bekommen auch spannende Fakten über die Strukturen im Fußball geliefert.
Da Nils Petersen neben dem SC Freiburg auch in anderen Vereinen, wie beipislweise dem FC Bayern oder Carl Zeiss Jena gespielt hat, konnte er einige Erfahrungen in verschiedenen großen Vereinen sammeln. Das Tolle ist, dass er sein Wissen mit uns teilt.
Interessant fand ich beispielsweise, dass man in größeren Vereinen, wie dem FC Bayern einen anderen Umgang mit dem Geld hat. So stand die Mannschaft vor einem wichtigen Wettkampf und bekam das Angebot, nach einem möglichen Sieg entweder einen Tag Urlaub oder eine Prämie zu erhalten. Petersen, neu in der Mannschaft, hatte schon Ideen was er mit einer Prämie anfangen könne. Die Bayern Profis hingegen zogen lieber den Tag Urlaub vor.
Womit ich ebenfalls nicht gerechnet hätte: Der SC Freiburg wählt seine Spieler nicht nur nach Leistung aus. Der Verein ist sehr daran interessiert, dass der Spieler auch zum Verein passt. Nils Petersen ist überzeugt davon, dass ein Spieler, der sich unhöflich gegenüber den Mitarbeitenden verhielt, nicht lange beim SC Freiburg bleiben würde. Dieses Prinzip, sich eine Person und nicht nur einen Leistungsträger ins Team zu holen, finde ich sehr schön, weil es ein ganzheitlicher Gedanke ist, der den SC Freiburg hoffentlich davor bewahrt nicht nur zehn Individuen auf dem Platz zu haben.
Als ich Bankgeheimnisse in den Händen hielt war ich etwas erstaunt, dass Nils Petersen seine Geschichte auf gefühlt recht wenigen Seiten erzählt. Dennoch muss ich sagen, dass sich auf den letzten Metern inhaltlich einiges wiederholt und ich die letzten Seiten eher überflogen habe.
Was mir aber gut am Inhalt gefällt ist, dass ich dank Bankgeheimnissen nicht nur ein Gefühl für den Menschen Nils Petersen gewonnen habe, sondern auch einige Dinge über Fußball gelernt habe, die ich zuvor nicht wusste.
Die Reflexion
Bei Büchern, die keine Romane sind, baue ich diesen Abschnitt ein. Ich war sehr überrascht davon, wie reflektiert Nils Petersen ist. Reflektiert nicht nur im Sinne von, dass er seine eigenen Handlungen hinterfragt, sondern auch, dass er bestimmte Vorstellungen davon hat, was ein Fußballprofi leisten solle, aber er auf der anderen Seite genau weiß, dass er diese Erwartungen nicht immer erfüllen konnte.
Damit zeigt er, dass er nicht perfekt ist und macht hoffentlich vielen Jungs Mut, zu sich zu stehen und sich nicht zu verstellen.
Die Gestaltung
Eigentlich schreibe ich bei Büchern ungern etwas über die Gestaltung, weil ich nicht viel dazu zu sagen habe. Kommen wir zuerst zu den guten Dingen: In Bankgeheimnisse sind viele Bilder zu finden. Der Vorteil ist, dass sie den Inhalt etwas auflockern und auch ergänzen.
Leider waren die Bilder unterschiedlich groß platziert. Mir hat hier die Struktur gefehlt. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Bilder auf einer Buchseite abgedruckt gewesen wären und man so entweder auf der linken oder rechten Seite ein Bild und daneben den Text gehabt hätte. Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass man etwas tricksen musste, um die Bilder im Buch gut unterzubringen.
Apropos Bilder: Immer, wenn für Nils Petersen ein Wechsel zu einem anderen Verein anstand, wurde das Logo des Vereins als Hintergrundbild im Buch abgedruckt. An sich ein sehr cooles Stilmittel, weil man so unmerklich ein neues Kapitel einläuten kann. Für mich war es leider etwas anstrengender den Text zu lesen, da der Hintergrund durch das blasse Logo nicht mehr einheitlich war. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man das Logo des Vereins anders im Text integriert hätte, vielleicht durch eine kleine Box in der noch ein paar Fakten zum Verein geliefert werden?
Die Schriftgröße ist etwas klein gewählt, was bei mir den Eindruck hinterlässt, dass die Zielgruppe des Buches offenbar keine Kinder sind. Das hat mich etwas erstaunt. Im September 2023 war ich auf einer Lesung von Nils Petersen und dort waren ziemlich viele Jungs, bei denen das Buch bestimmt eingezogen ist. Zudem ist die Schrift nah am Rand platziert, was das Lesen für mich auch etwas anstrengender machte.
Der Schreibstil
Das Schöne an Nils Petersen Schreibstil finde ich, dass er in gesprochener Sprache schreibt. Er schreibt genauso, wie er spricht. Anfangs war es eine kleine Umgewöhnung für mich, weil es hier und ad auch Schachtelsätze gibt. Nachdem ich aber in Petersens Schreibstil rein gekommen bin, kam ich gut damit klar.
Dadurch, dass es für mich etwas schwieriger war, mich in den Schreibstil einzufinden, weiß ich nicht, ob Bankgeheimnisse für Kinder oder Jugendliche geeignet ist. Ich befürchte, dass Jungs, die allgemein nicht gern lesen, mit dem Schreibstil überfordert sein könnten und das Interesse verlieren.
Wenn die Liebe zum Fußball aber groß ist, könnte es aber auch eine Motivation sein, sich dem Buch zu widmen. Ihr lest: Ich bin unschlüssig.
Gesamteindruck
Bankgeheimnisse richtet sich nicht nur an Fußball-Fans, sondern auch an alle, die sich für den Fußball interessieren und wissen wollen, wie das Leben als Fußballprofi so aussieht. Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehlen kann.
Infos zum Buch
Bankgeheimnisse
Geschrieben von: Nils Petersen
Bewertung: dieses Buch habe ich nicht bewertet, da es sich um eine Mischung aus Sachbuch und Biografie handelt und ich Biografien grundsätzlich nicht bewerte.
In meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen.
Hier erfahrt ihr mehr über Nils Petersen.

