
Der Inhalt
Der Inhalt klingt ziemlich gruselig. Drei befreundete Pärchen verbringen die Ferien gemeinsam in einem alten Haus in England. Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Schnell wird klar, dass nicht alles so friedlich ist, wie es scheint. Als dann noch ein schreckliches Unglück passiert, ist nichts mehr wie es war.
Das Spannende am Inhalt ist vor allem, dass er leise erzählt wird. Das fand ich sehr faszinierend. Mich interessierte natürlich, wie es zu dem Verbrechen kam und wer der Täter war. Ich fand es aber sehr angenehm, dass die Handlung ruhig erzählt wurde.
Charlotte Link erzählt die Handlung aus verschiedenen Perspektiven. Dennoch gibt es eine Figur, bei der alle Perspektiven zusammenkommen. Das ist Jessica: Sie gehört noch nicht lange zu der Gruppe aus Freunden und fühlt sich dort auch nicht wirklich wohl. Sie sagt, was sie denkt, traut sich aber trotzdem nicht, das zu tun, was sie gerne möchte. Als sich die Situation im Haus von einem Moment auf den anderen ändert, ahnt Jessica, dass sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit ihres Mannes begeben muss.
Das Ende hat mir grundsätzlich gut gefallen, aber für mich auch dafür gesorgt, dass der Krimi mehr ein Hörbuch für zwischendurch bleiben wird. Lange habe ich befürchtet, dass es sich um ein offenes Ende handeln würde, weil ich keine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte. Außerdem blieb immer weniger Zeit um eine neue Figur einzuführen, die vielleicht etwas mit dem Unglück zu tun haben könnte.
Charlotte Link fand aber einen guten und glaubhaften Abschluss, der meine Neugier stillte, aber auch dafür sorgte, dass mich die Auflösung nicht wirklich überraschen konnte.
Die Hörbuchgestaltung
Bei der Hörbuchgestaltung machte ich diesmal eine spannende Entdeckung.
Das Hörbuch wurde gekürzt produziert und lässt sich im Grunde an einem Tag sehr gut durchhören. Allerdings stellte ich am Ende fest, dass mir die letzte CD fehlte. Und das obwohl wir kurz vor dem Finale standen. Glücklicherweise fand ich eine ungekürzte Version, die in einer Hörbücherei für Blinde und Sehbehinderte produziert wurde.
So konnte ich zum ersten Mal herausfinden, wie sich die beiden Versionen unterschieden. Um schneller in die Handlung einsteigen zu können, hörte ich eine der letztgehörten Szenen nochmal und fand so heraus, dass in der gekürzten Fassung wichtige Nebensätze fehlten, die dafür sorgten, dass ich einen anderen Blick auf die Figuren bekam.
Ich fand es spannend zu hören, wie wichtig Nebensätze für einen Inhalt sein können.
Noch vor wenigen Jahren wurde der Inhalt bei Hörbüchern sehr großzügig gekürzt. Deswegen vermute ich, dass es sich hier um eine ältere Produktion handelt und inzwischen sensibler mit Kürzungen umgegangen wird.
Das Hörbuch wird von Mariele Millowitsch gelesen, die mir als Sprecherin sehr gut gefallen hat. Sie hat die düstere Atmosphäre und Jessicas Unsicherheiten gut in Worte fassen können.
Der Schreibstil
Charlotte Links Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Mir war nicht klar, dass sie ihre Romane ruhig erzählt. Das Hörbuch würde ich aber nicht als Thriller einordnen, da mir der Spannungsbogen dafür zu ruhig erzählt wurde.
Was mir an Charlotte Links Schreibstil besonders gut gefallen hat war, wie sie die einzelnen Figuren beschrieben hat und die Konflikte zwischen den einzelnen Charakteren herausgearbeitet hat.
Gesamteindruck
Am Ende des Schweigens ist ein kurzweiliger, spannender Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat, aber nicht zu den Krimis gehört, die mich nachhaltig beeindrucken. Wer also einen Krimi für zwischendurch sucht, ist hier bestens bedient.
Infos zum Hörbuch
Am Ende des Schweigens
Geschrieben von: Charlotte Link
Gelesen von: Mariele Millowitsch
Bewertung: 3 von 5 Herzen
Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen.
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