
Der Inhalt
Im dritten Band von Das Lied von Eis und Feuer – Der Thron der sieben Königreiche befinden wir uns wieder in den sieben Königslanden in der verschiedene Personen versuchen, sich den Thron zu sichern. In diesem Band begleiten wir wieder viele bekannte und auch eine neue Figur, die wir aber in den vorherigen Bänden schon als Nebenfigur kennengelernt haben.
Diesmal hatte ich den Eindruck, dass der Fokus der Handlung nicht auf Familie Stark lag. Wir hatten zwar viele Teile der Handlung aus der Perspektive von Arya, Bram und ab und zu auch Sansa, aber die Perspektiven von Catherine hielten sich in Grenzen, worüber ich auch froh war,
Obwohl der Schwerpunkt der Handlung auf dem Kampf um die Krone liegt und wir mitbekommen, wie sehr viele Intrigen geplant und auch durchgeführt werden, ist es genau das, was mich am wenigsten an der ganzen Reihe interessiert. Viel spannender finde ich die Figuren und wie sie den Herausforderungen begegnen, in die sie hineingeworfen werden. Deswegen war ich von den Machtspielen am Hof auch irgendwann genervt.
alles in allem fand ich die Handlung in diesem Band eher Figurenbasiert, was dafür sorgte, dass ich die Reihe weiterhören möchte, weil mich interessiert, wie es mit meinen Lieblingsfiguren weitergeht.
Die Figuren
Spannend fand ich vor allem Arya und Bram bei ihrer Entwicklung zu begleiten.
Arya wird am Ende des zweiten Bandes in einer schwierigen Situation zurückgelassen. In diesem Band wird sie vor die Frage gestellt, wem sie überhaupt noch trauen kann und ob sie ihre Heimat Winterfell wirklich erreichen wird. Gerade am Ende des Bandes scheint die Herausforderung vor der sie steht, so groß, dass ich wirklich gespannt bin, wie sie dort herauskommen wird.
Bram hat immer noch mit den Folgen seines Unfalls zu kampfen. Damit meine ich nicht die körperlichen Herausforderungen vor denen er steht, sondern vor allem die psychischen Herausforderungen. Von den Erwachsenen am Hof bekommt er mitgeteilt, dass er Winterfell nie regieren könne, er müsse sich stattdessen schonen und langfristig mit der Stellung eines Lords zufrieden sein. Bram fehlen Vorbilder. Als er auf ein anderes Volk trifft, das ihn bestärkt und ihm Unterstützung anbietet, steht er vor einer schwierigen Entscheidung: Ist es an der Zeit die gewohnte Welt zu verlassen und sich ins Ungewisse zu wagen?
Ich befürchte ja, dass Tyrion in der Serien-Adaption nicht so gut wegkommt. Ich stelle fest, dass er auch in Band 3 immer noch eine meiner Lieblingsfiguren ist. Auch er kämpft um Anerkennung und wird von seiner Familie kleingehalten. Im Unterschied zu Bram sind ihm seine Stärken aber bewusst und er weiß, dass er von seiner Familie unterschätzt wird. Also versucht er sich heimlich eine Machtposition zu sichern. Interessant finde ich, dass ich seinen Plan noch nicht komplett verstanden habe. MIr ist nicht bewusst, ob ich entscheidende Stellen überhört und nicht verstanden habe oder ob Tyrion seinen Plan noch nicht komplett offenbart hat. ,
Etwas schade fand ich, dass wir in diesem Band wenig Zeit mit Jon Snow und seinen Freunden von der Nachtwache verbracht haben. Die Freundschaft zwischen Jon und den Leuten von der Nachtwache wird nämlich schön beschrieben.
Langsam kann ich nachvollziehen, warum viele Leute davon ausgehen, dass George R. R. Martin diese Reihe nie beenden wird. Anstatt, dass sich Handlungsstränge lösen, wird in jedem Band gefühlt ein neues Fass aufgemacht, von dem ich keine Ahnung habe, wie es wieder geschlossen werden kann.
Die Hörbuchgestaltung
Die Das-Lied-von-Eis-und-Feuer-Reihe wurde ungekürzt sowohl als Hörbuch-Download als auch als limitierte CD-Ausgabe mit tollen Fanartikeln produziert. Bei mir sind die ersten fünf Bände als Hörbuch-Download eingezogen.
Gelesen wird die Reihe von Stefan Kaminski, der mich in diesem Band wieder mit seiner wandlungsfähigen Stimme überraschte. Absolut jeder Figur gibt er eine eigene Stimme. Egal, ob es sich um eine Nebenfigur handelt, die einmal etwas in einer Kneipe brüllt, oder um eine Figur, die hier als Hauptfigur etabliert wird. Stefan Kaminski ist mit ein Hauptgrund warum mir diese Reihe so viel Spaß macht. Ich bin neugierig darauf, wie er die Handlung interpretiert. Durch Kaminskis Interpretation bekommt die Hörbuch-Ausgabe für mich auch einen Mehrwert im Vergleich zur Buch-Ausgabe.
Der Schreibstil
Was mir an George R. R. Martins Schreibstil gut gefällt ist, dass er uns nicht eine blutige Schlacht nach der anderen liefert, sondern die Machtkämpfe um den Thron strategischer aufbaut. Die Handlung wirkt somit spannender und auch die Figuren bekommen Tiefe, weil sie nicht nur aus einem Wunsch nach Macht heraus handeln, sondern sie auch Hoffnungen mit dem Thron verbinden.
Gesamteindruck
Die Das-Lied-von-Eis-und-Feuer-Reihe ist für mich eine Reihe, die ich nicht eben in einem Rutsch durchhören kann, weil sie wirklich komplex ist und viele Figuren und ihre Beziehungen zueinander mitbringt, die erst einmal verdaut werden müssen.
Im Vergleich zu den vorherigen Bänden erlebte ich hier eine Wandlung in der Handlung, weil der Fokus für mich vor allem auf den Figuren und weniger auf den actionreichen Szenen lag. Somit zeigt George R. R. Martin, dass er sich darauf versteht die Handlung auf mehreren Ebenen zu erzählen und sie eben laut oder auch leise erzählen kann.
Infos zum Hörbuch
Das Lied von Eis und Feuer – Der Thron der sieben Königreiche (Band 3)
Geschrieben von: George R. R. Martin
Gelesen von: Stefan Kaminski
Bewertung: 3 von 5 Herzen
Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen.
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Hier findet ihr mehr Infos über Stefan Kaminski.
Weitere Rezensionen
Das Lied von Eis und Feuer – Die Herren von Winterfell* (Band 1)
Das Lied von Eis und Feuer – Das Erbe von Winterfell* (Band 2)
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Dieses Hörbuch sowie die mit * markierten Titel wurden mir kostenlos von RandomHouse Audio als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

