Buchmessenliebe, Musik und Hörbuchhighlights – Zurückgeblickt auf den Oktober 2025

Eine Krähe, die auf einem reifen Kürbis sitzt. Am Bildrand, Herbstblätter.
Bild von: Emma Zecka

Hallo zusammen,

im Oktober schlug ich mich literarisch mit Charlotte durch den Alltag einer Assistentin in einem Münchner Verlag, begleitete Luise dabei, wie sie sich dem Leben stellt, stolperte mit Familie Stark durch die sieben Königslande und begab mich mit der Podcasterin Liv auf die Suche nach Julie Nowak, die seit zwanzig Jahren als vermisst gilt.

Außerdem war ich im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs, freute mich, dass Die Lärmer ihre Herz-auf-Tour verlängert und in Freiburg vorbeigeschaut haben und gewann spannende Erkenntnisse durch die SWR1 Hitparade.

Neugierig?

Beendet: Die Statistik

Kommen wir zuerst zur Statistik:

Gelesene / gehörte Zeit: 1 Tag, 14 Stunden und 7 Minuten
Beendete Hörbücher: 4 Hörbücher
Hörbücher in Seiten: 1.728 Hörbuchseiten
Neuzugänge:

  • Himmelerdenblau* von Romy Hausmann
  • Die Verlorene* von Miriam Georg

Schon im letzten Monatsrückblick habe ich es angekündigt: Ich komme im Moment nicht ganz mit meiner Statistik hinterher. Macht euch also auf eine größere Inventur gefasst, wenn wir Ende Dezember / Anfang Januar zum Jahresrückblick kommen. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich euch schon mal von den beiden Neuzugängen erzählt habe.

Sehr gefreut habe ich mich, dass ich im Oktober endlich wieder mehr als zwei Hörbücher beendet habe. Es ist wirklich nicht leicht, Hörbuch hören, Schreiben und arbeiten unter einen Hut zu bekommen.

Beendet: Die Hörbücher

Wie immer gilt: Die Rezensionen, die bereits erschienen sind, werden hier verlinkt. Die meisten Rezensionen werden wahrscheinlich noch in diesem Jahr online gehen, da es sich bei den meisten Titeln um Rezensionsexemplare handelt.

Das Hörbuchcover von "Die Assistentin"
Bild von Argon Verlag

Die Assistentin*
von Caroline Wahl

Charlotte hat es geschafft: Eigentlich wollte sie nur ins Berufsleben starten. Stattdessen wird sie gleich zu einer von zwei Assistentinnen des Geschäftsführers eines Münchner Verlages ernannt. Hätte sie gewusst, wie herausfordernd ihre erste Arbeitsstelle wird, Charlotte wäre wahrscheinlich nie nach München gezogen.

Caroline Wahl, die selbst im Diogenes Verlag unter anderem als Assistentin gearbeitet hat, nimmt uns mit in die Verlagswelt, probiert verschiedene Stilmittel aus und schlüpft in verschiedene Erzählperspektiven. Diese Experimente fand ich interessant, jedoch hielt ich mich größtenteils an Caroline Wahls Lesung auf. Sie hat ihr Buch selbst eingelesen und machte auf mich den Eindruck, dass sie sehr laut liest, was bei mir häufig als Schreien ankam. Ich ertappte mich dabei, wie mich die Handlung und ihre Lesung zunehmend nervten und hätte rückblickend gern gewusst, ob es mir auch so gegangen wäre, wenn das Hörbuch von einer professionell sprechenden Person eingelesen worden wäre.

Das Hörbuch ist im Argon Verlag ungekürzt sowohl als Hörbuch-CD als auch als Hörbuch-Download erschienen. Hier geht’s zu meiner vollständigen Rezension.

Das Hörbuchcover von "Was man von hier aus sehen kann"
Bild von ROOF Music

Was man von hier aus sehen kann
von Mariana Leky

Als Selma von einem Okapi träumt, ist das ganze Dorf in versteckter Alarmbereitschaft: Alle wissen, was bald passieren wird. Jemand aus der Dorfgemeinschaft wird sterben. Während die einen hoffen, endlich erlöst zu werden, werden die anderen nervös. Doch als der Tod dann in das Dorf platzt, hätte niemand damit gerechnet, wen es tatsächlich treffen wird.

Das Interessante ist, dass ein Großteil der Handlung nach dem überraschenden Tod erzählt wird. Wir begleiten Luise nämlich auf ihren zaghaften Schritten zurück ins Leben.

Mariana Leky erzählt hier nicht nur von Trauer, einer Freundschaft, sondern auch der Liebe, welche die Dorfbewohnenden auf die ein oder andere Weise verbindet. Ein wirklich schöner Roman, der leise erzählt wird und mit zu meinen Monats-, wenn nicht sogar Jahreshighlights gehört. Das Hörbuch wurde ungekürzt im Label tacheles! von ROOF Music produziert. Es liest Sandra Hüller, die durch ihre Betonung und ihre Lesegeschwindigkeit die Atmosphäre der Handlung toll übersetzen konnte. Leider kann ich euch nicht erklären, wie sie das gemacht hat.

Das Hörbuchcover von "Das Lied von Eis und Feuer - Der Thron der Sieben Königslande"
Bild von RandomHouse Audio

Das Lied von Eis und Feuer: Der Thron der sieben Königslande*
von George R. R. Martin

Langsam aber sicher verstehe ich jetzt, was die Leute meinen, wenn sie behaupten, dass sich George R. R. Martin von Band zu Band tiefer in eine komplexe Handlung verstrickt. Im dritten Band von Das Lied von Eis und Feuer waren wir wieder mit Familie Stark und weiteren Figuren unterwegs, welche die sieben Königslande gern regieren wollen.

Ich habe mich über ein Wiederhören mit meinen Lieblingsfiguren gefreut, war verwirrt darüber, als neue Figuren eingeführt wurden und erleichtert, dass ich relativ schnell herausfinden konnte, in welcher Beziehung sie zu den bereits bekannten Figuren stehen.

Inhaltlich war in diesem Band gefühlt viel los, sodass es mir gar nicht möglich ist, den Inhalt kurz zusammenzufassen. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass der dritte Band nicht Handlungs-, sondern Figurengetrieben war und vor allem von der Handlung der Figuren bestimmt war.

Produziert wurde der dritte Band, wie auch die vorherigen Bände, von RandomHouse Audio. Es liest Stefan Kaminski, der mich immer noch mit seiner wandlungsfähigen Stimme beeindruckt. Jede Figur klingt anders, was mir zeigt, dass er seine Stimme wirklich gut trainiert hat. Auch wenn mich der ganze Kampf um den Thron nicht interessiert, macht es mir unheimlich Spaß Stefan Kaminski dabei zuzuhören wie er diese Reihe interpretiert.

Das Hörbuchcover von "Himmelerdenblau"
Bild von der Hörverlag

Himmelerdenblau*
von Romy Hausmann

Das True-Crime-Podcast-Duo Liv und Phil widmet sich in der aktuellen Folge einem Cold Case: Anlässlich des zwanzigjährigen Verschwindens sprechen sie über Julie Nowak, die in einer Nacht und Nebel Aktion aus ihrem Elternhaus verschwand. Es gab eine Lösegeldforderung mit einer sehr geringen Summe und jede Menge Unstimmigkeiten.

Liv möchte Julies Vater interviewen, der Demenz hat. Wird sie seine Tochter rechtzeitig finden können, bevor er sie vergisst?

Dieser Thriller hallt in mir nach, weil uns Romy Hausmann mit unseren eigenen Vorurteilen konfrontiert und uns zeigt, wie sich eine Geschichte verändern kann, je nachdem aus welcher Perspektive man sie erlebt und wie zum Schluss alles eine völlig andere Richtung einschlägt.

Beeindruckt war ich von der Hörbuchgestaltung: Das Hörbuch ist ungekürzt sowohl als Hörbuch-CD als auch als Hörbuch-Download im Hörverlag erschienen und wird von folgenden Personen gelesen: Felix von Manteuffel als Julies Vater, Romy Hausmann in der Rolle als Liv, Florian Gregorzyk als Livs Podcast Partner Phil, Uve Teschner als Julies Ex-Freund Daniel, Leslie Malton als Julies Mutter und Anna Maria Mühe zum einen in der Rolle als Julies Schwester und zum anderen in der Rolle einer unbekannten Person. Romy Hausmann und Florian Gregorzyk stellten Podcast-Sequenzen nach, die in gesprochener Sprache produziert wurden, sodass es sich anhörte, als wäre es wirklich ein Gespräch zwischen zwei Personen. Diese Podcast-Folgen, die immer wieder in die Handlung verpackt wurden, gaben der Hörbuchgestaltung eine eigene Note und sorgten für Abwechslung. Kurzum: Ebenfalls ein Monatshighlight das gute Chancen auf einen Platz in meinen Jahres-Highlights haben wird.

Ich lese / höre gerade

Wieder einmal habe ich das Gefühl, dass mir irgendein Hörbuch durchgerutscht ist und ich nicht weiß, um welchen Titel es sich handelt. Spätestens Ende Dezember, wenn ich meine Liste an ungehörten Hörbüchern durchgehe, wird sich das Mysterium hoffentlich aufklären.

Das Hörbuchcover von "Die Verlorene"
Bild von Argon Verlag

Die Verlorene*
von Miriam Georg

Als Lauras Großmutter Änne plötzlich verstirbt und sie durch Zufall ein Geheimversteck im Kleiderschrank ihrer Großmutter entdeckt, begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Sie reist nach Polen um herauszufinden, wie ihre Mutter und ihre Großmutter aufgewachsen sind.

Miriam Georg erzählt ihren neuen historischen Roman aus zwei Perspektiven: Laura vertritt die Gegenwart, während wir Änne und ihrer Schwester in der Vergangenheit begegnen. Ich muss gestehen, dass mir der Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt, etwas besser gefällt.

Der Schreibstil ist typisch für historische Romane. Viele Beschreibungen, egal, ob die Handlungsorte betreffend, oder auf das Gefühlsleben der Hauptfiguren bezogen. Normalerweise ist mir diese Art eine Handlung zu erzählen zu einfach. Warum ich trotzdem froh bin, das Hörbuch zu hören? Nach Himmelerdenblau, was mich wirklich sehr gefordert hat, brauche ich eine ruhigere Handlung. Hinzu kommt auch, dass ich inzwischen wieder im zweiten Band von Die Chroniken von All Hallows Village eingetaucht bin und ein Hörbuch für zwischendurch gut gebrauchen kann, in dem ich nicht miträtseln muss.

Das Hörbuch ist ungekürzt sowohl als Hörbuch-CD als auch als Hörbuch-Download im Argon Verlag erschienen. Es liest Tanja Fornaro, die eine etwas tiefere Stimmfarbe hat, die sie älter wirken lässt. Durch ihre Betonung verleiht sie der Handlung an den passenden Stellen Spannung.

Und sonst so?

Manchmal komme ich mir vor wie eine hängen gebliebene Schallplatte, wenn ich schon wieder schreibe, dass ein Monat wie im Flug vergangen ist. Ich hatte zwei Wochen Urlaub und habe die Zeit nicht nur genossen, sondern auch echt gebraucht. In diesem Jahr habe ich viele Termine, muss, auch abgesehen von meiner Buchveröffentlichung, viel organisieren und merke langsam, dass meine Müdigkeit durchkommt. Mehr dazu im Jahresrückblick oder einem anderen Beitrag.

Im Oktober greife ich mal die Highlights für euch heraus:

Die Lärmer auf der Herz-auf-Tour

Viele von euch kennen die Band wahrscheinlich noch unter ihrem alten Namen Luxuslärm. Aufgrund eines Gerichtsprozesses dürfen sie sich offiziell nicht mehr so nennen und haben sich kurzerhand nach dem Spitznamen der Band benannt. Ich bin immer noch etwas unschlüssig was den Namen betrifft: Fans der ersten oder auch der zweiten Stunde werden die Band aufgrund des Namens wiedererkennen und sich hoffentlich über das Comeback freuen. Ich weiß aber nicht, ob sich mit dem Namen Interessierte gewinnen lassen und hoffe sehr, dass ich mich täusche.

Kurzum: Die Band war Anfang Oktober im Jazzhaus. Das Konzert ist schon so lang her, dass ich mir nicht sicher bin, ob sich ein Konzertbericht noch lohnt. Das letzte Mal als ich die Band im Jazzhaus gesehen habe, waren sie auf ihrer Abschluss-Clubtour. Die Stimmung war traurig, weil niemand wusste, ob die Band jemals wieder zusammenkommt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich war, dass die Lärmer zurück sind und fleißig am neuen Album arbeiten.

Ich stehe am Stand des Selfpublisher Verbandes e.V. und halte die Paperback-Ausgabe von "Die Chroniken von All Hallows Village - Der Aufbruch" in die Kamera.
Bild von: Emma Zecka

Oktober ist Buchmessen-Zeit

Noch nie bin ich so unorganisiert in eine Buchmesse gestartet und war mit meinen Nachbereitungen auch nur bedingt zufrieden. Kurz vor knapp stand mein Terminplan mit Veranstaltungen die Buchbranche betreffend, tollen Begegnungen mit Dienstleistenden, Bloggenden und der Story-Crew und spannenden Interviews an Messeständen oder auf den Bühnen.

Zu meinen Highlights gehören Gespräche am Stand des Selfpublisher Verbandes, ein Wiedersehen mit der Story-Crew, wie wir den Schreibkurs von Adriana Popescu inzwischen nennen und: MEIN BUCH AM STAND DES SELFPUBLISHER VERBANDES. Von all dem und noch viel mehr erzähle ich euch in meinem Messebericht, der letzte Woche erschienen ist. Holt euch vorher etwas zum Trinken und vergesst die Snacks nicht.

Eine Schreibmaschine in die ein Blatt eingespannt ist. Auf dem Blatt steht "Geschrieben". Darunter: "Mein Autorenleben"
Foto: Emma Zecka

Höhen und Tiefen im Marketing

Eigentlich sollte heute an dieser Stelle ein weiterer Post für die Leserunde online gehen, die ich groß im Oktober angekündigt habe. Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, habe ich die Leserunde verschoben. Und nein, das ist keine Marketing-Formulierung für abgesagt oder Verschoben in der Hoffnung ihr vergesst die Aktion.

Letztendlich sind keine Bewerbungen auf eine eBook-Ausgabe bei mir eingegangen. Einerseits war ich ein bisschen traurig, andererseits auch froh, weil ein weiterer organisatorischer Punkt damit wegfällt. In diesem Beitrag erzähle ich euch von meinen Marketing-Highlights wie beispielsweise dem Interview das pünktlich zu Halloween in der Badischen Zeitung erschien. (Übrigens: Die Chroniken von All Hallows Village waren danach in meiner Lieblingsbuchhandlung ausverkauft). Nicht zu vergessen erwartet euch eine Überraschung. Zumindest wenn ihr Hörbücher mögt.

Eine Frau, die aus dem Fenster schaut. Sie blickt auf eine Gedankenblase in der "Gedacht" steht.
Foto: Emma Zecka

Wie sich Musik verändert

Ende Oktober startete wieder die SWR1-Hitparade. Hier wählen Musikfans jeweils fünf Lieder, die ihnen besonders gut gefallen und das Team von SWR1 stellt eine Hitparade, die Chartshow der etwas anderen Art, zusammen. Anfang der Woche startet der Countdown und endet dann mit einem Finale in der Martin-Schleier-Halle in Stuttgart.

Ich höre schon ein paar Jahre mit, bin teils genervt davon, dass es nicht um gute Musik, sondern eher um Absprachen und immer dieselben Lieder geht, überrascht, wenn es doch mal ein neueres Lied auf die vorderen Plätze geschafft hat und ernüchtert, wenn sich nicht viel an der Top 10 getan hat. Trotzdem gibt es in mir den Ehrgeiz so lange mitzuhören, bis sich eine langfristige Änderung in den Platzierungen erkennen lässt.

In diesem Jahr hatte ich aber eine interessante Erkenntnis: Je älter die Lieder, desto länger die Intros bzw. instrumentalen Stellen. Zudem ist mir aufgefallen, dass einige Lieder, die in letzter Zeit erschienen sind, direkt mit dem Refrain einsteigen oder oft nur ein, wenn überhaupt zwei, Strophen haben. Ich überlege hierzu auch einen Blogartikel zu schreiben, bin mir aber noch nicht sicher. Habt ihr daran Interesse, euch mit mir auf eine musikalische Reise zu begeben?

Und Du?

Wie war Dein Oktober?

Welche Bücher hast Du gelesen oder gehört?

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Die mit * markierten Titel wurden mir kostenlos als Rezensionsexemplare von den jeweiligen Verlagen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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