Gespensterjäger auf eisiger Spur

Cover des Hörspiels "Gespensterjäger auf eisiger Spur" Band 1 der Gespensterjäger-Reihe.
Bild von JUMBO Verlag

Der Inhalt

Immer wenn Toms Mutter ihren Sohn in den Keller schickt um etwas zu holen, begibt er sich in große Gefahr. Schließlich lauert dort unten ein Gespenst. Das Problem: niemand glaubt ihm. Wie wird er das Gespenst nur wieder los?

Cornelia Funke hat hier einen tollen Reihenauftakt geschaffen. Wir lernen einen Jungen kennen, der sich nicht gehört fühlt. Bis er auf eine ältere Dame trifft, die ihn versteht und sogar eine Lösung aus dieser misslichen Lage weiß.

Die Handlung verfolgt eine klare Struktur: Tom muss sich nämlich seiner größten Angst stellen. Das Gute an der Sache ist, dass er dabei von seinen Freunden unterstützt wird. Die Handlung arbeitet genau auf diesen großen Moment hin und wird zum Schluss schön abgerundet.

Was mir sehr gut an der Handlung gefallen hat war die Interaktion zwischen den Figuren und auch dem Rollentausch, der damit verbunden war. Tom findet nicht etwa Verbündete in Kindern im selben Alter, sondern in der besten Freundin seiner Oma und einer Nachbarin, die das Abenteuer aus sicherer Entfernung beobachtet. So wird Kindern das Gefühl vermittelt, dass es da draußen doch Erwachsene gibt, die sie verstehen und gemeinsam mit ihnen einen Weg aus schwierigen Situationen suchen.

Die Figuren

Die Figuren sind vergleichsweise oberflächlich gehalten, was für ein Kinderhörspiel aber nicht nachteilig, sondern eher typisch ist.

Tom als Hauptfigur ist hin-, und hergerissen zwischen Neugier und der Angst, sich in Gefahr zu begeben. Doch als er sich Stück für Stück dem Abenteuer nähert, wird er nicht nur mutiger, sondern lernt auch jede Menge Wissenswertes über Geister.

Über die Erwachsenen in diesem Hörspiel, die vor allem als Nebenfiguren auftauchen, musste ich viel schmunzeln. Zum einen ist da Frau Kümmelsaft, die beste Freundin seiner Oma, die wohl schon viel Erfahrung mit Gespenstern aller Art gesammelt hat. Sie beweist Mut und geht dadurch mit gutem Beispiel voran.

Mit einer Nachbarin, die in diesem Hörspiel namenlos bleibt, lernen wir eine Figur kennen, die alles mitbekommt, aber das Abenteuer lieber aus sicherer Entfernung beobachtet. Sie mag Tom und zeigt durch ihre Beobachtungen, dass sie den Jungen ernstnimmt.

Mit Herr Lieblich lernt Tom einen Erwachsenen kennen, der den Gespenstern wohl ebenfalls ziemlich ausgeliefert ist und große Angst vor ihnen hat. Über ihn musste ich wirklich viel schmunzeln, weil er als Figur sehr überspitzt dargestellt wird und damit zeigt, wie einem die Angst manchmal auch im Weg stehen kann.

Die Figuren ergänzen sich toll und ich bin schon sehr gespannt, ob wir einige von ihnen auch in den Folgebänden wiedertreffen werden.

Die Hörspielgestaltung

Das Hörspiel wurde im NDR produziert und ist im JUMBO Verlag erschienen. Mit einer Laufzeit von etwas über einer Stunde wird uns hier ein spannendes, kurzweiliges Abenteuer geboten.

Was mir bei dieser Hörspielgestaltung erstmals aufgefallen ist war wie gut akustisch durch das Hörspiel geführt wurde: Entweder wurde die Handlung von Katja Danowski zusammengefasst, die hier in die Rolle der Erzählerin schlüpft oder Leon Alexander Rathje als Tom kommentierte was er gerade tut oder wie er sich gerade fühlt.

Die Geräusche waren schlicht gewählt, was bei mir für eine Urban Fantasy Atmosphäre sorgte. Ich hatte immer das Gefühl in der Realität zu sein, die aber durch den Besuch der Gespenster ordentlich aufgemischt wurde. Als ein Gespenst zu singen beginnt, bekam das Hörspiel auch ein klitzekleines bisschen Konzert-Stimmung.

Gelegentlich fand ich die Geräusche und Katja Danowski als Erzählerin nicht ganz sauber abgemischt. Man muss aber sagen, dass das Hörspiel 2009 aufgenommen wurde und ich mir nicht sicher bin, ob das mit den damaligen Voraussetzungen zusammenhing unter denen die Hörspiele eben produziert wurden.

Die Besetzung hat mir sehr gut gefallen. Alle Sprechenden harmonieren stimmlich gut miteinander und haben durch ihre Interpretation dafür gesorgt, dass ich immer wieder glaubte, eines der Gespenster kommt mich gleich im Wohnzimmer besuchen. Die Atmosphäre vermittelt eine gruselige, aber keinesfalls eine bedrohliche Stimmung.

Der Schreibstil

Gerade bei Hörspielen finde ich es immer schwierig etwas über den Schreibstil zu schreiben. Schließlich handelt es sich bei dem Hörspiel um eine Adaption, sodass mir nicht immer klar ist, wie viele Textstellen aus der Romanvorlage übernommen und wie viele Stellen angepasst oder neu geschrieben wurden.

Sehr beeindruckt bin ich von der Atmosphäre des Hörspiels. Für mich war genau die richtige Mischung aus grusliger und spannender, aber keinesfalls bedrohlicher Handlung dabei. Ich kann mir gut vorstellen, wie das Hörspiel von Kindern beispielsweise zum Einschlafen gehört wird.

Gesamteindruck

Ich war sehr gespannt auf diesen Reihenauftakt, weil mich interessierte wie Cornelia Funke das Thema Gespenster und Grusel aufbereitet. Im Reihenauftakt bekommen wir erste wissenswerte Infos zu Gespenstern, die so elegant in die Handlung eingebaut wurden, dass ich nicht das Gefühl hatte, einen Informationsteil vor mir zu haben.

Mit Gespensterjäger auf eisiger Spur hat Cornelia Funke einen tollen, kurzweiligen und auch zeitlosen Reihenauftakt geschaffen. Mit dem Thema Angst wird ein Thema angesprochen, das Kinder, egal welcher Generation, begleitet. Cornelia Funke zeigt hier nicht nur, wie wichtig es ist, sich seiner Angst zu stellen, sondern auch, dass man dadurch wachsen kann. .

Infos zum Hörspiel

Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) 
Ein Hörspiel des NDR info nach einer Romanvorlage von Cornelia Funke
Gesprochen von: Katja Danowski (Erzählerin), Leon Alexander Rathje (Tom), Katja Brügger (Hedwig Kümmelsaft), Ernst H. Hilbich (Gespenst Hugo), Max Hopp (Herr Lieblich), Nina Kreß (Toms Schwester Lola), Birte Kretschmer (Toms Mutter), Gisela Trowe (Toms Oma),
Musik: Bernd Keul
Bewertung: 5 von 5 Herzen

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen.

Hier findet ihr mehr Infos über Cornelia Funke.

___________________________________________

Der JUMBO Verlag stellte mir dieses Hörspiel kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung. Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Wenn Du einen Kommentar abgibst, werden die eingegeben Daten und Deine IP-Adresse gespeichert. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Weitere Informationen zur Datenspeicherung findest Du in meiner Datenschutzerklärung